August

Wenn Worte meine Sprache wären – Kommunikation als Projektrisiko

In SharePoint-Projekten prallen Welten aufeinander: der IT-Spezialist und der Endkunde. Dazwischen gibt es je nach Projekt noch eine Anzahl weiterer Rollen, und alle reden miteinander, verstehen sich aber leider nicht immer. Damit ist nicht gemeint, dass der SharePoint-Neuling beim Kunden André Anfänger und sein Chef Erwin Entscheider nicht verstehen, was Sven Senior-Consultant gerade zum Thema Farm-Topologie an das Whiteboard gemalt hat, sondern tatsächlich um eine scheinbar ganz banale Sache: miteinander Reden. Das Problem: Projektkommunikation Ein großes Problem dabei ist: Projekte sind Spezialfälle sozialer Organisationen, sozusagen „Gemeinschaften auf Zeit“, die keine echte Chance zur Entwicklung haben. Funktionieren sie einigermaßen, sind sie schon zu Ende. Es gibt kaum Zeit für das Kennenlernen, Aneinander-Gewöhnen, die Etablierung von Verhaltenskonventionen und Routinen. Wenn die Projektarbeit bereits Höchstleistungen erbringen soll, sind die Akteure noch dabei sich zu ordnen. Darüber hinaus wird oft ein wichtiger Grundsatz menschlicher Kommunikation vergessen, den der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick formuliert hat: „Man kann nicht nicht kommunizieren.” Damit ist gemeint, dass Kommunikation keineswegs nur aus Worten besteht. Tonfall, Geschwindigkeit, Pausen, Lachen, Seufzen ist alles Teil der Kommunikation. Ebenso wie die Körperhaltung. Ein Gelingen der Kommunikation setzt somit voraus, dass sowohl das gesprochene oder geschriebene Wort verstanden wird, als auch die Gestik. Ein gutes Beispiel für das Gelingen von Kommunikation ist die heutige Chatsprache. Die Nutzung von Abkürzungen wie „OMG für Oh mein Gott“ oder „lol für laughing out loud“ setzt voraus, dass das Gegenüber diese Kürzel auch versteht – also die gleiche „Sprache“ spricht. Übertragen auf ein SharePoint-Projekt sollten alle Beteiligten im Hinterkopf…