Die E-Mail ist tot. Lang lebe die E-Mail!

Ein symptomatisches Beispiel aus der Beratungspraxis, wo großes Potenzial für Veränderung auf der Strecke bleibt.

Der Fall: Pilotiert wird ein Chat basiertes Zusammenarbeitstool neuster Bauart aus dem Hause Microsoft. Interdisziplinäres Team, Externe sind auch beteiligt. Fokus auf zentrale Ablage von Unterlagen, asynchrone fachspezifische Diskussionen und ein Ort für Protokolle und unstrukturierte Informationen.

O-Ton der Projektleiterin: „Die Zeit für das Onboarding heute Morgen habe ich über den Tag schon doppelt eingespart.“. Lasse ich mal so stehen!

Nun fragt ein Teammitglied, wo er denn die Benachrichtigungseinstellungen feiner definieren könne. Dann wüsste er, wenn es eine Änderung gibt und könne darauf reagieren.

Von der Sache her eine normale Frage. Aber leider auch extrem symptomatisch für die Veränderungsresistenz in den Köpfen. Es geht nicht darum zu pilotieren, wie man alte Arbeitsweisen in einem neuen Tool abbildet. Es geht darum neue Arbeitsweisen zu fördern!

Veränderte Ergebnisse erfordern verändertes Verhalten. Im Rahmen der Digitalisierungsoffensiven im Kontext „Modern Workplace“ ist davon aktuell noch wenig zu sehen.

Was lernen wir aus diesem Beispiel?

  1.  Eingefleischten Verhaltensweisen ist extrem schwer beizukommen. Je eingefleischter, desto veränderungsresistenter reagiert der Betroffene
  2. Die Gefahr, dass der Betroffene diese eingefleischten Verhaltensweisen auf völlig andere Kontexte zu übertragen versucht ist sehr hoch. Und sind sie erstmal dort angekommen… viel Spaß

Wandel muss frühzeitig und nachhaltig geplant sein! Faustregel: wenn die IT oder der Implementierungsdienstleister schon da war, dann ist der Zeitpunkt schon zu spät.

Thiemo Laubach

Managing Director contexxt.ai | Head of Digital Adoption