Veränderungsprojekte, Marktzahlen und Daten

Ich bin vor kurzem bei der Recherche nach belastbaren Marktzahlen im Bereich Change Management und Veränderungsprojekte aus dem Anlass digitaler Transformationsvorhaben auf eine interessante Meinung gestoßen. Der Fachverband Change Management des BDU (Bundesverband Deutscher Unternehmensberater) e.V. hat 2018 eine Studie erstellt, die interessante Ergebnisse zeigt. Das „Positionspapier“ der Studie ist hier erhältlich: Download PDF Vorab: „Die Change-Fitness-Studie 2018 wurde durchgeführt mit Unterstützung des BDUFachverband Change Management unter Federführung des Mitgliedes Mutaree GmbH und unter wissenschaftlicher Leitung von Professor Dr. Sonja Sackmann vom Institut für Entwicklung zukunftsfähiger Organisationen an der Universität der Bundeswehr in München.“ Klingt für mich durchaus fundiert. Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass noch immer viel zu wenige Veränderungsprojekte ihre Ziele erreichen, eine signifikante Mehrheit sowohl in Zeit als auch Budget übers Ziel hinausschießt, oder „ihre geplanten fachlichen Ziele nicht oder nur vollständig erreichen“.Als Hauptgründe für das gefühlte Unwohlsein von Unternehmen bei Veränderungsprojekten werden genannt: Die Vielzahl an Veränderungsthemen,…

Ist das digital oder kann das weg?

Wir sind wieder bei Microsoft zu Gast. Es macht uns große Freude, wir sind gerne dort. Heute wieder zu einem Webcast, Thiemo Laubach geht zusammen mit Judith Schmitz, Customer Success Management der Microsoft Deutschland, der Frage nach: „Ist das digital oder kann das weg?“ Veränderungen sind unbequem. Daher reagieren Mitarbeiter oft nicht begeistert, wenn die IT mal wieder ein neues Tool einführt. Mit Office 365 holen sich Unternehmen ein riesiges Potenzial ins Haus, um… – ja, wozu eigentlich? Viele bringen die entscheidenden Mehrwerte nicht auf die Schreibtische. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, sind Sie bei uns richtig. Diese Session setzt sich mit den teilweise bitteren Erfahrungen aus Kundensituationen auseinander und zeichnet daraus nicht das rosarote Bild des idealen Kulturwandels, sondern gibt Ihnen konkrete Maßnahmen an die Hand, die sich im kulturellen Kontext deutscher Unternehmen als realisierbar herausgestellt haben. Live: Donnerstag, 24. Januar 2019, 10:00 – 11:00 Uhr Der Webcast kann…

Erfahrungsbericht – Digital Adoption bei den Stadtwerken Münster

Die Stadtwerke Münster sind sicherlicher ein Vorreiter bei der Einführung digitaler „Produkte“. Wir waren bei Microsoft in München eingeladen – Thiemo Laubach hatte die Gelegenheit, mit Fabian Badersbach, Verantwortlicher Programmmanager für die „Zusammenarbeit digital“, im Webcast über Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungen bei einem derartigen Veränderungsvorhaben zu diskutieren. Mittwoch, 23. Januar 2019, 11:00-11:45 Uhr „Alle Mitarbeiter sollen ihre Aufgaben und Ideen zu ihrer eigenen Zufriedenheit besser erfüllen können“ – unter diesem Motto verfolgen die Stadtwerke Münster ihr Programm zur digitalen Transformation der Zusammenarbeit. Fabian Badersbach von den Stadtwerken Münster ist als Programm-Verantwortlicher für eine erfolgreiche Umsetzung der „Zusammenarbeit Digital“ verantwortlich. In diesem interaktiven Webcast Format berichtet er aus erster Hand von Ausgangslage, Erfolgsfaktoren, unerwarteten Schwierigkeiten und innovativen Lösungsansätzen. Als Interview-Partner steht ihm Thiemo Laubach vom Microsoft Partner digitoxx zur Seite, der das Konzept entwickelte und das Programm von Anfang an begleitet. „Zusammenarbeit Digital“ steht und fällt mit der Akzeptanz der Mitarbeiter. Wie es gelingt, den Mehrwert von Microsoft…

Aber wenn’s kaputt geht haben Sie das Problem, nicht ich!

Das Verständnis von Dienstleistung in Deutschland ist grausig. Die Situation, in der dieser Satz fiel, konnte ich eben aus 8 Meter Entfernung beobachten. Was war wohl die Situation? Ein kleines Quiz:  Die IT-Fachkraft, der einem Kollegen in der Buchhaltung erklärt, dass sein Kaffee zu dicht am Notebook steht? Der IT-Berater, der dem Kunden beibringen will, dass sich der Prozess so nicht im System abbilden lässt? Der CIO, der dem Leiter HR klarmachen will, dass er die Verantwortung trägt, wenn er nicht auf seine Empfehlung hört? Na? Wer traut sich? Hmmmmmm… Eher 2 oder eher 3… Ich mache es kurz: keines davon. Ich sitze in einer Bäckerei. Ein Kunde möchte sein übliches Brot, etwas dünner geschnitten, ebenfalls wie üblich. Der Dialog ging sinngemäß.  „Ich hätte gerne mein Doppelback. Ein bisschen dünner als auf 14 bitte.“ „Ja gerne, aber schneiden kann ich nicht.“ „Wieso, da ist doch die Maschine?“ „Ja, ich meine,…

Die E-Mail ist tot. Lang lebe die E-Mail!

Ein symptomatisches Beispiel aus der Beratungspraxis, wo großes Potenzial für Veränderung auf der Strecke bleibt. Der Fall: Pilotiert wird ein Chat basiertes Zusammenarbeitstool neuster Bauart aus dem Hause Microsoft. Interdisziplinäres Team, Externe sind auch beteiligt. Fokus auf zentrale Ablage von Unterlagen, asynchrone fachspezifische Diskussionen und ein Ort für Protokolle und unstrukturierte Informationen. O-Ton der Projektleiterin: „Die Zeit für das Onboarding heute Morgen habe ich über den Tag schon doppelt eingespart.“. Lasse ich mal so stehen! Nun fragt ein Teammitglied, wo er denn die Benachrichtigungseinstellungen feiner definieren könne. Dann wüsste er, wenn es eine Änderung gibt und könne darauf reagieren. Von der Sache her eine normale Frage. Aber leider auch extrem symptomatisch für die Veränderungsresistenz in den Köpfen. Es geht nicht darum zu pilotieren, wie man alte Arbeitsweisen in einem neuen Tool abbildet. Es geht darum neue Arbeitsweisen zu fördern! Veränderte Ergebnisse erfordern verändertes Verhalten. Im Rahmen der Digitalisierungsoffensiven im Kontext…

Microsoft Teams und Amaras Gesetz

Roy Amara war Mitgründer des Institute for the Future in Palo Alto, dem intellektuellen Herzen des Silicon Valley. Er hat eine Faustregel aufgestellt, die bis heute als „Amaras Gesetz“ bekannt ist: Wir neigen dazu, die Wirkung einer Technologie kurzfristig zu überschätzen und auf lange Sicht zu unterschätzen.  Warum muss ich dabei an Microsoft Teams denken? Vermutlich wegen des aktuellen Hypes rund um Teams. Versteht mich nicht falsch, wir setzten Teams seit der Geburtsstunde ein und ich unterschreibe absolut das Potenzial und den Gedanken „eine Benutzeroberfläche für verschiedene Technologien in Hintergrund“. Zwei Aber. Aber Nummer eins: Amaras Gesetz. Aktuell scheint Teams das Allheilmittel für alle verhunzten SharePoint Implementierungen zu sein. Lag ja nur an der Oberfläche von SharePoint. Nicht für Endanwender und so. Und so kommen die Verantwortlichen zu dem naheliegender Schluss, dass eine geänderte Oberfläche ein positives Projektergebnis liefert. Das ist ein Trugschluss. Denn: Aber Nummer zwei: bei einigen Mitarbeitern…

Adoption für Office 365 – where top down meets bottom up

Wir haben in den letzten Monaten viel an unseren Methoden geschliffen. Eine wichtige Frage dabei war, wie wir top down-Themen zu den Anwendern bringen, ohne dass diese sich dagegen sträuben. Im Office 365-Kontext haben sich drei „Interessensgruppen“ gebildet: Wollen Office 365 einsetzen, wissen aber nicht, mit welchen Anwendungsfällen sie starten sollen Haben Office 365 im Haus, aber keinen interessiert es Haben Office 365 versucht „über die Technik“ populär zu bekommen und sind gescheitert Allen stellen wir mehr oder weniger eine einfache Frage: „Habt Ihr Eure Anwender gefragt, was sie täglich machen und was dabei gut, mäßig und schlecht läuft?“. Die Antwort ist oft: „Ja klar!“. Das stimmt aber in der Regel nicht. Am Ende sind immer Annahmen getroffen worden, auf deren Basis Entscheidungen für die Implementierung getroffen wurden. Da haben wir angesetzt und eine Methode entwickelt, die einfach aber effektiv aus den Anwendern rausholt, was sie wirklich gebrauchen können. Wir…

Warum Transformation nicht nur Sache der Kunden ist

Ist die Scorecard für dieses Quartal schon grün? Noch nicht? Na dann mal los, ordentlich Projekte verkaufen! Das brauchen die Kunden ja nun mal in diesen Zeiten. Projekte. Machen ja alle digitale Transformation, das geht nicht ohne Projekte. Goldene digitale Zeiten, speziell für Implementierungspartner, Softwareintegratoren und sonstige Dienstleister dieser Welt. Echt? Warum es manchmal besser ist, KEIN Projekt zu verkaufen. Nehmen wir mal einen Kunden, am besten den klassischen „Office 365-Verzweifler“. Den teilen wir nochmal in zwei Unterkategorien auf: Variante 1: „Wir haben Office 365 volle Hütte. Woher wissen wir gar nicht so genau, vermutlich gab es das irgendwann mal günstig als Goodie bei der Vertragsverhandlung mit Microsoft. Brauchen wir aber eigentlich nicht, wir betreiben alles im Keller. Aber auf einmal ist Cloud ja nicht mehr Böse. Chef sagt, wir müssen „da mal ran“. Gut, dass wir das schon alles bezahlt haben. Schalten wir mal frei für alle.“ Variante 2:…

Arbeitest Du noch, oder kollaborierst Du schon?

„Sag mal Klaus, bei dieser Geschichte da, dieses „Team-Portal“ oder wie das hieß, machst Du da schon mit?“. „Ne. Keine Zeit. Ich arbeite einfach ganz normal. Ich habe Dir meine aktualisierte Version der Excel übrigens auch gerade rübergemailt, dann kannst Du das mit den anderen Rückläufern wieder in eins konsolidieren. Für das Meeting morgen.“ Übertrieben? Überzogen? Leider nicht. Es prasseln ja auch dermaßen vielen Transformations-, Optimierungs- und sonst welche gutgemeinten Projekte auf die Mitarbeiter ein, dass der Kollege im Grunde zurecht in eine Abwehrhaltung gegen alles Neue geht. „Dann machen wir doch dazu ein Projekt!“ Nein! Aus! Sitz! Das ist ja genau das Problem, liebe Chefstrategen und Transformationsbegeisterte. Den Willen zur Entwicklung Eurer Organisation in Ehren, wirklich. Aber die Denke ist falsch, dass es jetzt halt nochmal ein bisschen anstrengend wird für die Kollegen, aber dann, daaaaaaaan, macht sich der Effekt so richtig bemerkbar. Ganz bald. Nur meist tritt dieser…

„Sie verkaufen mir ja gar nichts, Sie beraten mich doch schon“

Wie Adaption im digitalen Transformationswahnsinn gelingen kann Vorneweg: Was ist ein guter Verkäufer? Derjenige, der den meisten Umsatz macht vermutlich. Das wird die herrschende Meinung sein. Ich definiere es anders. Aus meiner Sicht ist der beste Verkäufer der, der seinen Kunden am glücklichsten macht. Versteht mich nicht falsch, mir ist das betriebswirtschaftliche Grundprinzip des „Geld-von-Kunden-durch-Zauberhand-in-Gehalt-Umwandelns“ durchaus klar und darum soll es hier auch nicht gehen. Denn auch ein glücklicher Kunde bezahlt für die Leistungen, die er erhält. Digitale Transformation. Der Wahnsinn. Alle machen mit, die wenigsten wissen genau warum. Digitaler Arbeitsplatz. Noch besser. Und da sind wir auch voll im Thema. Was ist der wohl größte Haken an dem Wortpaar „Digitaler Arbeitsplatz“? Richtig, der Mensch vor dem Rechner. Der ist nämlich nach wie vor noch ziemlich analog. Und mit eben diesem „Digitalen Arbeitsplatz“ beginnt eine weitere Diskussion, die vielerorts für Unruhe sorgt. Nämlich die Frage, ob es sich hier um…

Wenn Worte meine Sprache wären – Kommunikation als Projektrisiko

In SharePoint-Projekten prallen Welten aufeinander: der IT-Spezialist und der Endkunde. Dazwischen gibt es je nach Projekt noch eine Anzahl weiterer Rollen, und alle reden miteinander, verstehen sich aber leider nicht immer. Damit ist nicht gemeint, dass der SharePoint-Neuling beim Kunden André Anfänger und sein Chef Erwin Entscheider nicht verstehen, was Sven Senior-Consultant gerade zum Thema Farm-Topologie an das Whiteboard gemalt hat, sondern tatsächlich um eine scheinbar ganz banale Sache: miteinander Reden. Das Problem: Projektkommunikation Ein großes Problem dabei ist: Projekte sind Spezialfälle sozialer Organisationen, sozusagen „Gemeinschaften auf Zeit“, die keine echte Chance zur Entwicklung haben. Funktionieren sie einigermaßen, sind sie schon zu Ende. Es gibt kaum Zeit für das Kennenlernen, Aneinander-Gewöhnen, die Etablierung von Verhaltenskonventionen und Routinen. Wenn die Projektarbeit bereits Höchstleistungen erbringen soll, sind die Akteure noch dabei sich zu ordnen. Darüber hinaus wird oft ein wichtiger Grundsatz menschlicher Kommunikation vergessen, den der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick formuliert hat: „Man…